TSV 1860 München (1996 – 2004)
Andreas Görlitz ist B-Jugendlicher, als er beim TSV 1860 München zum Probetraining vorbeischaut. Bei den Löwen macht man gar nicht lange rum. Ihr Motto im Fall von Andi: mitmachen lassen, kurz beobachten – dabehalten. Es sollte sich lohnen – für beide Seiten. Unter Trainer Peter Pacult wird Andi Profi, unter Falko Götz in der Saison 2003/04 Stammspieler. Für ihn läuft es gut, für die Löwen schlecht. Der Club steigt am Saisonende ab. „Das war bitter“, sagt Andi, „aber ich wollte unbedingt in der ersten Liga bleiben.“
Es gibt viele Angebote, das Beste bekommt er während seines Mallorca-Urlaubs. Bayern-Manager Uli Hoeneß ruft an.
FC Bayern (2004 – 2007)
Die Konkurrenz beim FC Bayern ist groß, Andis Wille auch. Er überrascht viele Experten und spielt sich mit starken Leistungen in die Mannschaft des FC Bayern. Am 8. September feiert er beim 1:1 gegen Brasilien sogar sein Länderspieldebüt, auch beim 2:0 im Iran am 9. Oktober ist er dabei. „Davon“, sagt er noch heute, „träumt doch jedes Kind.“ Und es sieht so aus, als kenne seine Karriere nur eine Richtung: nach oben. Doch dann kommt am 3. November 2004 ein Spiel, das ein Highlight werden sollte – und ein Albtraum wurde. Im Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin zieht sich Andi einen Kreuzbandriss zu. Es ist der Anfang einer langen Leidenszeit. Und es gibt nicht wenige, die glauben, die Fußball-Laufbahn des Andi Görlitz habe ein jähes Ende gefunden. Doch der Außenverteidiger steckt alle Rückschläge weg, kämpft sich durch die Reha – und feiert nach 830 Tagen ein erstaunliches Comeback im Bayern-Trikot. Er kommt sogar noch auf zwei Champions-League-Einsätze gegen Real Madrid und AC Mailand. Doch am Ende der Saison beschließen alle Beteiligten, dass Andi ausgeliehen werden soll, um bei einem anderen Klub Führungsaufgaben zu übernehmen. Andi hat mehrere Angebote – am Ende macht Aufsteiger Karlsruher SC das Rennen.
Karlsruher SC (2007 – 2009)
Im altehrwürdigen Wildpark-Stadion staunen sie nicht schlecht über den neuen Mann auf der rechten Außenbahn – Andi mischt seine Gegenspieler und der KSC die Liga auf. Die Badener stürmen mit unbekümmertem Offensivfußball in die Herzen der Fans. „Eine tolle Zeit, die mich sehr weitergebracht hat“, sagt Andi, „in Karlsruhe war ich plötzlich einer der Teamleader. Das war sehr wertvoll für meine weitere Entwicklung.“ Insgesamt bleibt Andi zwei Spielzeiten in Karlsruhe. In der Saison 2008/09 läuft es nicht mehr ganz so gut, am Ende muss der KSC in die zweite Liga. Beim FC Bayern haben sie Andis Leistungen allerdings genau beobachtet – und beschließen, ihn wieder an die Säbener Straße zu holen.
FC Bayern (2009 – 2010)
Zurück an alter Wirkungsstätte gewinnt Andi mit dem Rekordmeister den DFB-Pokal und die Meisterschale. Allerdings steht er trotz guter Trainingsleistungen nur selten mit auf dem Platz. Als sein Vertrag im Juli 2010 ausläuft, wird er nicht verlängert. Im August entscheidet sich Andi, zum Zweitligisten FC Ingolstadt zu wechseln.
